Lothar Huber


Energietisch 5. Okt. 22: Wärmepumpen

In Anbetracht explodierender Heizkosten sind viele Glaubenssätze und Erfahrungswerte rund um das Thema Heizen nicht nur ins Wanken gekommen, sondern sind schlicht zur Makulatur geworden. Weiterhin befinden wir uns noch in Mitten dieser Veränderungen, das Ende ist noch nicht absehbar. Aktuell kann niemand eine verlässliche Prognose für die nächsten Jahre geben, zu viel ist immer noch in Bewegung.

Unabhängig davon schreitet der Klimawandel nahezu ungebremst voran und deshalb wird die Wärmewende immer drängender. Klimaneutralität, wie sie sich Bund, Land, Landkreis und auch die Gemeinde Bad Schönborn zum Ziel gesetzt haben, bedeutet auch allen Wärmebedarf klimaneutral zu decken.

Eine Entscheidung für eine neue oder ertüchtigte Heizung bindet über viele Jahre an die Technik und den „Brennstoff“, weil ein Wechsel bereits wenige Jahre danach zu erheblichen finanziellen Verlusten führen würde.

Entsprechend hoch ist die Unsicherheit bei Eigenheimbesitzern und Vermietern, Gewerbetreibenden und Kommunen. Wie können Heizkosten gespart werden? Was kann an der bestehenden Anlage noch optimiert werden? Hilft eine Zusatzheizung mit einem anderen Energieträger? Oder muss die alte Heizung raus und eine Neue rein? Und welche dann?

Wer diese Diskussion aufmerksam verfolgt hat weiß, dass viele Experten und auch die Bundesregierung dabei vor allem auf Wärmepumpen-Heizungen setzen. Hierzu konnten wir wieder einen spannenden Gast gewinnen: Michael Heiler, Geschäftsführer der MHK Wärme- und Kältetechnik GmbH in Kirrlach, gab uns einen umfassenden und detailreichen Einblick in das Thema Wärmepumpen. In über 20 Jahren mit der Planung und Umsetzung von Wärmepumpenprojekten unterschiedlichster Bauart und Größe erarbeitete er sich eine außergewöhnliche praktische Expertise, wie sie nur wenige besitzen. Seine Erfahrungen bringt er auch in die Gremienarbeit der Branche ein, in der er gut vernetzt ist. Und er wirkt auch aktiv bei der Weiterentwicklung der Wärmepumpentechnik mit, z.B. in gemeinsamen Pilotprojekten mit einem führenden Hersteller.

Das Thema Wärmepumpe ist in der Tat umfänglich und – ohne zu übertreiben – komplex. Warum spielt die Digitalisierung eine zentrale Rolle? Welche Arten der Wärmepumpe gibt es? Welche Primärquelle? Welches Kältemittel? Vorlauftemperatur? Splittgeräte, Monoblock, Invertertechnik? Monovalent, bivalent, monoenergetisch? Kühlen? COP und JAZ? Wärmepumpe und Photovoltaik? Was ist bei Planung und Projektierung zu beachten? Nutzerverhalten? …  Michael Heiler verstand es bestens, uns nicht nur sicher durch die verschiedenen Facetten dieses Themas hindurch zu manövrieren, sondern uns immer wieder mitzunehmen und geduldig alle unsere Fragen zu beantworten. Vielen Dank an dieser Stelle nochmals für den spannenden und informativen Abend.

Michael Heiler hat freundlicherweise zugestimmt, die Folien auf unserer Homepage zu verlinken.


Energietisch 6. Juli 2022: Bürgerenergie in Bad Schönborn

Was einer allein nicht schafft, das schaffen viele gemeinsam.
wusste Friedrich Wilhelm Raiffeisen (1818–1888), einer der Väter der genossenschaftlichen Bewegung in Deutschland.

Im Juli 2019 hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, Bad Schönborn bis 2030 zu einer klimaneutralen Gemeinde zu machen. Dabei war sich das Gremium darüber klar, dass dieses ambitionierte Ziel nur zu erreichen ist, wenn sich die Gemeinde als Ganzes hinter dieses Ziel stellt und aktiv vorantreibt, was insbesondere alle Bürger und Vereine einschließt.

Auch um mit gutem Beispiel voranzugehen plant die Gemeinde Bad Schönborn auf allen geeigneten kommunalen Dächern Photovoltaik-Anlagen zu errichten. Der erzeugte Strom soll dann direkt dazu beitragen, den Energiebedarf dieser Liegenschaften zu decken. Gleichzeitig sollen auch Bad Schönborner Bürger die Möglichkeit bekommen, sich an diesem Engagement zu beteiligen und mitzuwirken. Mit der BEG Kraichgau (BEG=Bürgerenergiegenossenschaft) hat die Gemeinde bereits einen kompetenten regionalen Partner dafür gewonnen.

Deshalb haben wir uns sehr gefreut, dass Florian Oeß, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BEG Kraichgau und Benjamin Reif, Geschäftsführer der neu gegründeten BürgerEnergie Kraichgau Service GmbH der BEG, der Einladung zu unserem Juli-Energietisch gefolgt sind. Weiterhin durften wir Gäste aus dem Solarverein Waghäusel und dem Initiativkreis Energie Kraichgau begrüßen, die ebenfalls großes Interesse an genossenschaftlich organisierter Bürgerenergie in ihren Gemeinden haben, den Abend mit Spannung verfolgten und zum interkommunalen Austausch nutzten.

Mit der hier verlinkten Präsentation über die BEG Kraichgau starteten wir in den Abend und gewannen einen guten Überblick über Motivation, Team, Historie, aktuelle Situation und auch Planungen der BEG für die nächste Zukunft. Mehrfach stellte Florian Oeß die Wichtigkeit und Dringlichkeit einer echten (nicht nur finanziellen) Bürgerbeteiligung an der Energiewende in den Fokus der Präsentation. Der weitere Abend war von einem lebhaften und sehr offen Austausch geprägt. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und auch mit Rücksicht auf die beiden Referenten beendeten wir den offiziellen Teil der Veranstaltung gegen 23:00 Uhr.

Eine weitere Möglichkeit, mit der BEG Kraichgau direkt in den Kontakt zu kommen und z.B. mehr über die Möglichkeiten eines bürgergenossenschaftlichen Engagements zu erfahren, bietet sich am kommenden Sonntag Nachmittag (17.7.) beim Familienfest im Kurpark Mingolsheim. Die BEG wird mit einem Stand vor Ort sein.


Das Bürgerenergie-Nahwärmenetz in Mauer

Am 12.03.2022 hatten wir die Gelegenheit, das Bürgerenergie-Nahwärmenetz in Mauer zu besichtigen.
Das Nahwärmenetz wurde durch die Bürgerenergie-Genossenschaft BEG Kraichgau projektiert und genossenschaftlich finanziert. Mit der Planung, Umsetzung und dem Betrieb hat die BEG Kraichgau die
UBP-group in Wiesloch als Generalunternehmer beauftragt.
Auf diese Weise blieb und bleibt die Wertschöpfung aus dem Projekt vollständig in der Region.

Einen ausführlichen Bericht von diesem spannenden Nachmittag hat unser Mitglied Thomas verfasst.


Beitrag 20.05.2016

Im letzten Jahr war Wolf von Fabeck, der Gründer des Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V. (SFV) und Initiator der kostendeckenden Einspeisevergütung als Vorläufer des EEG, zu Gast in Bad Schönborn und hat einen viel beachteten Vortrag über die Notwendigkeit der Speicherung regenerativ erzeugten Stroms gehalte. Wichtigster Punkt hierbei war, daß nur durch die Speicherung eine zeitliche Verschiebung zwischen Erzeugung und Verbrauch erreicht werden kann.

Der SFV hat nun eine gemeinsam Pressemitteilung erarbeitet die darlegt, wie mit der nächsten Änderung des EEG der Ausbau der erneuerbaren Energien durch Ausbau neuer Stromtrassen zugunsten von Braunkohle verschlechtert werden soll. Sie finden die Pressemitteilung auf der Seite www.sfv.de als Beitrag zum Datum 12.5.16. Der Energietisch hat sich beim letzten Treffen mit dieser Pressemitteilung befaßt und unterstützt diese.

Außerdem ist letzte Woche die Ausschreibungsfrist für die neue PV-Anlage auf der Realschule zu Ende gegangen. Wir sind gespannt und freuen uns auf diese weitere PV-Anlage in der Gemeinde Bad Schönborn.